Welche besonderen Zertifizierungen sind für Schiffsausrüstung erforderlich, um die Sicherheit im Seeverkehr zu gewährleisten?
Zertifizierte Ausrüstung ist für einen sicheren Transport unerlässlich. Eine umfassende Liste von Schiffszertifizierungen garantiert, dass Schiffe strenge Sicherheitsvorschriften einhalten und so Menschen, Eigentum und Umwelt schützen.
Schiffsausrüstung muss strenge Tests und Zertifizierungen durchlaufen, um eine sichere Navigation zu gewährleisten. Diese Zertifizierungen dienen als„Pass“ für die Ausrüstung und bestätigen die Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften.
Welche besonderen Anforderungen müssen jedoch erfüllt sein und welche Zertifizierungen sind erforderlich? Sehen wir uns die erforderlichen Zertifizierungen für Schiffsausrüstung an.

1. Industriestandards
Normen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO)
- Entschließung des IMO-Ausschusses für die Sicherheit im Seeverkehr (IMO-Entschließung MSC.428 (98))
Die Einbeziehung des Cyber-Risikomanagements in das Sicherheitsmanagementsystem (SMS) eines Schiffes ist gemäß der Entschließung MSC.428 (98) des IMO-Ausschusses für die Sicherheit im Seeverkehr vorgeschrieben. Um die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Schiffsbetriebs zu gewährleisten, bietet sie der Schifffahrtsbranche einen Rahmen und Empfehlungen für Maßnahmen zur Abwehr von Cyber-Bedrohungen.
- SOLAS-Schiffsnorm
Ein grundlegendes Seeverkehrsabkommen, bekannt als Internationales Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS), legt Mindestanforderungen an die Sicherheit für die Konstruktion, den Bau, die Ausrüstung und den Betrieb von Schiffen fest.
Sicherheitsstandards für Schiffsbordsysteme
- IEC 61162-460
Der Cybersicherheitsstandard IEC 61162-460 wurde speziell zur Verbesserung der Sicherheit von Navigations- und Kommunikationssystemen an Bord von Schiffen entwickelt. Durch die Einbindung strengerer Sicherheitsverfahren zum Schutz vor Cyberangriffen und Datenlecks erweitert er den Standard IEC 61162-450.
- IACS-Spezifikation zur Cybersicherheit
Die Cybersicherheitsspezifikationen UR E26 und E27 werden von der International Association of Classification Societies (IACS) veröffentlicht. Die Cyberresilienz von Schiffsausrüstung und -systemen steht im Mittelpunkt der UR E26.
Es legt Spezifikationen für bestimmte Systeme und Ausrüstungen fest, um sicherzustellen, dass die Cybersicherheit bei deren Konzeption, Integration und Wartung berücksichtigt wird. UR E27 regelt jedoch die Cybersicherheit für das gesamte Schiff, einschließlich der Kommunikationsnetze und Steuerungssysteme. Es befasst sich mit der gesamten Widerstandsfähigkeit des Schiffes gegen Cyberangriffe, indem es einen umfassenden Ansatz für die Cybersicherheit verfolgt.
Zertifizierung durch eine Klassifikationsgesellschaft
Die Zertifizierung durch eine Klassifikationsgesellschaft ist ein wesentlicher Schritt beim Bau und Betrieb von Schiffen. Um die Einhaltung globaler Gesetze und Standards zu gewährleisten, überwachen und prüfen sie die Planung, den Bau, die Erprobung und die Instandhaltung von Schiffen. Dies trägt zum Schutz von Eigentum, zur Erhaltung der Meeresumwelt und zur Sicherheit des Meereslebens bei.
Eine der weltweit renommiertesten Klassifikationsgesellschaften ist Det Norske Veritas (DNV). Sie unterstützt Schiffseigner und -betreiber dabei, die Nachhaltigkeit, Effizienz und Sicherheit ihrer Schiffe zu verbessern, indem sie eine breite Palette von Zertifizierungs- und Beratungsdienstleistungen für den maritimen Sektor anbietet.
2. Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) – Gemeinsame Kriterien
ISA/IEC 62443:
Die industriellen Automatisierungs- und Steuerungssysteme (IACS) stehen im Mittelpunkt dieser Cybersicherheitsnorm. Sie bietet eine umfassende Sicherheitsarchitektur, die Systemtests, Sicherheitskontrollen und Risikobewertungen für industrielle Umgebungen umfasst. Diese Norm hilft Unternehmen dabei, Cybersicherheitsbedrohungen in ihren operativen Technologieumgebungen (OT) zu erkennen und zu reduzieren.
ISO/IEC 27001
Für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS) ist dies ein weltweit anerkannter Standard. Er bietet eine Struktur für die Erstellung, Umsetzung, Aufrechterhaltung und kontinuierliche Verbesserung eines ISMS. Der Standard unterstützt Unternehmen bei der Kontrolle der mit der Informationssicherheit verbundenen Risiken, beispielsweise in Bezug auf Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität.
3. Andere Arten der Zertifizierung
ISO-Zertifizierung
Die Internationale Organisation für Normung (ISO) hat diese Normenfamilie geschaffen. Diese Richtlinien bieten Unternehmen einen Rahmen für die Kontrolle der Betriebsqualität, der Umweltauswirkungen und anderer Faktoren. Das Umweltmanagementsystem ISO 14001 und das Qualitätsmanagementsystem ISO 9001 sind zwei Beispiele für beliebte ISO-Zertifizierungen.
IEC 60947-5-4
Die Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC) hat eine spezielle Norm, die sich mit der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) von elektrischen Geräten befasst, die in Offshore-Anlagen und Schiffen verwendet werden. Sie garantiert, dass diese Geräte ordnungsgemäß funktionieren, ohne andere Geräte elektromagnetisch zu stören oder durch deren Störungen beeinträchtigt zu werden.
Spezifische Zertifikate
Je nach nationalen Gesetzen und Normen benötigen Schiffe möglicherweise zusätzliche spezielle Zertifikate, wie beispielsweise Inspektionszertifikate für Funkkommunikationsgeräte und Fischereifahrzeuge. Diese Qualifikationen zeigen, wie wichtig das Sicherheitsmanagement in der Schifffahrtsindustrie ist. Eine umfassende Zertifizierung für maritime Kommunikationsgeräte garantiert neben der Produktqualität auch die Sicherheit und Zuverlässigkeit maritimer Netzwerke.
Beispielsweise ist das maritime Netzwerksicherheits-Gateway MG460 von Robustel das weltweit erste Gerät, das die Zertifizierung nach IEC 61162-460 Ed. 3.0 von Det Norske Veritas (DNV) erhalten hat. Diese Zertifizierung erfüllt die Netzwerksicherheitsanforderungen UR E26 und E27, die seit dem 1. Juli 2024 von der International Association of Classification Societies (IACS) vorgeschrieben sind. Außerdem entspricht es den internationalen Normen der IEC 60945 für maritime Ausrüstung und den neuesten „Richtlinien für die Netzwerksicherheit auf Schiffen” der Klassifikationsgesellschaft (CCS).
Darüber hinaus hat Robustel Sicherheits- und Qualitätszertifizierungen erhalten, darunter das Informationssicherheits-Managementsystem ISO/IEC 27001, das Qualitätsmanagementsystem ISO 9001, das Umweltmanagementsystem ISO 14001 und das Netzwerksicherheitssystem IEC 62444-4-1. Durch die Gewährleistung einer sicheren Datenübertragung auf See und die Möglichkeit für Kapitäne und Besatzungen, die Vorteile und den Komfort dieser Technologie zu nutzen, garantieren diese Zertifizierungen, dass das MG460 eine starke Sicherheitsbarriere bildet.
Das Fazit
Für maritime Ausrüstung ist es schwierig und zeitaufwendig, die genannten Zertifizierungen zu erhalten. Robustel hat nicht nur ein sicheres, zuverlässiges und effektives maritimes Netzwerk für Reedereien mit den strengsten und umfassendsten Zertifizierungen aufgebaut, sondern arbeitet auch kontinuierlich daran, sichere und zuverlässige Netzwerkkommunikationslösungen für internationale maritime Unternehmen bereitzustellen.
